Juni 2008

 

Hallo, mein Name ist Katja Flamme, ich bin 22 Jahre alt und mache zur Zeit eine Ausbildung zur Industriekauffrau bei febi bilstein in Ennepetal. Die Ausbildung werde ich voraussichtlich 2009 beenden.
Meine Ausbildung habe ich im September 2006 begonnen und habe zuvor das Berufskolleg Ennepetal (kurz: BEN) besucht.

1. Warum habe ich mich für das BEN entschieden?

Je länger ich das konventionelle Gymnasium besucht habe, desto mehr habe ich mich gefragt, was ich in meinem späteren Berufsleben machen möchte.
Im Laufe der Zeit konnte ich für mich feststellen, dass ein berufsspezifischer Schwerpunkt mir mehr liegen würde. So reifte der Entschluss, dass ich mein Abitur auf dem BEN mit dem Schwerpunkt Wirtschaftswissenschaften absolvieren wollte.

2. Was bringt mir das Abitur, das ich am BEN gemacht habe, heute?

Heute bin ich in einer kaufmännischen Ausbildung, und ich wusste bereits vorher in etwa, was mich dort erwartet. Nicht jeder hat so wie die Schüler am BEN die Möglichkeit in der 12. Klasse ein 4-6-wöchiges Praktikum zu absolvieren, und das oft sogar im Ausland.

Das BEN hat bereits viele Kontakte zu Unternehmen geknüpft, damit möglichst viele Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, ein Praktikum in einem namhaften Unternehmen zu erleben, was nicht nur den Horizont erweitert, sondern später bei der Bewerbung Vorteile gegenüber den Mitbewerbern bringt. Während des Praktikums lernt man viele Dinge betriebstypisch kennen, auf die man bereits im Unterricht vorbereitet wurde. 

Doch auch im sonstigen Unterricht wurden wir gut vorbereitet. Im 12. Schuljahr, nach der Beendigung des Praktikums, begannen wir mit Laptops zu arbeiten. Wir hatten die Chance wichtige Informationen mitzuschreiben oder Tafelbilder zu übernehmen und diese auf dem Laptop zu speichern. Auch wenn es um aktuelle Informationen aus Politik und Wirtschaft ging, konnte man schnell im Internet das Gewünschte nachgucken und so die schnelle Informationsquelle für den Unterricht nutzen, was auch im Fremdsprachenunterricht von Vorteil war, vor allem, wenn es um Präsentationen ging. Der Laptop wurde so zum selbstverständlichen Arbeitsmittel.

In meinem Betrieb habe ich heute fast täglich mit PowerPoint Präsentationen zu tun. Entweder muss eine Präsentation erstellt, bearbeitet oder übersetzt werden. Am BEN waren Präsentationen fester Bestandteil des Unterrichts, egal ob es sich um Facharbeiten auf der Basis spezieller Fragestellungen, die es im Praktikum zu erarbeiten galt, oder um englische Präsentationen handelte, die wir mit Hilfe von PowerPoint zeigten.

Im Fach „Englisch: Korrespondenz/Übersetzung“ lernte man unter anderem, Geschäftsbriefe zu verfassen, Bewerbungen zu schreiben und englische Telefonate zu führen. Dieses Fach bereitet auf die sog. KMK-Zeritfikats-Prüfung in Englisch vor (KMK steht für Kultusministerkonferenz).

Vor wenigen Wochen habe ich die KMK-Zerifikats-Prüfung bestanden. Dieses Zertifikat ist in drei Schwierigkeitsstufen unterteilt. Das BEN bietet die Möglichkeit, während der Ausbildung im abendlichen Unterricht das Zertifikat in der 2. Stufe zu absolvieren.

In der Vorbereitungszeit lernt man Geschäftsbriefe zu schreiben, Informationen vom Englischen ins Deutsche zu übertragen (und umgekehrt) und berufstypische Situationen in englischer Sprache zu bewältigen.

Am Ende muss man eine schriftliche und mündliche Prüfung ablegen. Während des abendlichen Unterrichts wird man zielgerichtet auf die Prüfung vorbereitet und dadurch, dass ich mich vorher schon mit diesen Themen befasst hatte, war die Prüfung gut zu schaffen.

 

Februar 2008

Mareike Schumacher

 

Folgender Bericht stammt von Mareike Schumacher aus Ennepetal.

  

1. Warum Berufskolleg Ennepetal?

Rückblick…

Bis zur zehnten Klasse habe ich ein städtisches Gymnasium besucht. Die Vermittlung des Lernstoffes erfolgte durch theoretischen Unterricht. Diese Form der Wissensvermittlung lag mir nicht, weil ich eher praxisorientiert bin.

 Dann wurde ich auf ein Angebot des BEN aufmerksam, bei dem es möglich war, die Allgemeine Hochschulreife und gleichzeitig einen Abschluss zur staatlich geprüften kaufmännischen Assistentin zu erlangen.

 Und diese Chance habe ich genutzt… Durch zielorientiertes Lernen (zu Anfang haben wir im Unterricht thematisiert, wie man systematisch lernt und denn Unterrichtsstoff dauerhaft abspeichert), selbstständiges Lernen (Auffinden und Sortieren von Lernquellen, richtiges Zusammenfassen, eigenes Erarbeiten und selbstständiges Präsentieren) sowie lebens- und berufsnahe Bezüge stellten sich Erfolge in der Schule wieder ein. Es war nicht immer einfach, aber mit der richtigen Motivation (Danke an unsere Lehrer!!!) habe ich letztendlich ein Abitur gemacht, mit dem ich meinem Berufswunsch „Rechtsanwältin“ näher gekommen bin.

 

2. Wie ging es nach dem Abi weiter?

Heute studiere ich im zehnten Semester Jura eines Studiengangs an der Ruhr-Universität in Bochum. Mein Schwerpunkt ist Familienrecht, Verfahrensrecht und Vermögensrecht, für den es bereits galt, Seminararbeiten mit anschließenden Vorträgen vor Richtern und Rechtsanwälten zu halten. Während es vielen meiner Kommilitonen schwer fiel, sich an einer großen Universität zurecht zu finden, auf sich allein gestellt Hausarbeiten zu schreiben (Informationen zu finden und auf das Wesentliche zu komprimieren), Vorträge zu halten und sich selbstständig auf Klausuren vorzubereiten, hatte ich es schon leichter, da ich auf das Erlernte am BEN zurückgreifen konnte. Durch Projekte und Präsentationen in den unterschiedlichsten Fächern und zu vielfältigen Themen hatten wir gelernt, selbstständig zu arbeiten, was sich viele meine Kommilitonen erst mühsam aneignen mussten.

 In etwa einem Semester werde ich das 1. Staatsexamen absolvieren, für das es gilt eine Menge Informationen abzurufen. Auch hier wird mir das am BEN Erlernte nützlich sein.

(Im Übrigen hat der Schulabschluss Allgemeine Hochschulreife und staatlich geprüfte kaufmännische Assistentin auch positive Auswirkungen auf die Chance auf gute Nebenjobs, um das Studium zu finanzieren.)

 

Dezember 2007

Von links nach rechts: Johannes Eyerund, Michael Pusnik, Verena Neubauer, Andreas Palluch

 

 

Berufliches Gymnasium des Berufskollegs Ennepetal eröffnet außergewöhnliche Karrierechancen

 „Wir waren weder Musterschüler, noch Überflieger“, bekennen die drei jungen Männer freimütig, die vor vier Jahren die Prüfung zur Allgemeinen Hochschulreife sowie die Berufsabschlussprüfung zum Kaufmännischen Assistenten am Berufskolleg Ennepetal bestanden und damit einen Berufsabschluss nach Landesrecht erworben haben.

Im Rahmen einer Informationsveranstaltung über diesen doppelqualifizierenden Bildungsgang, der in der Region einmalig ist, berichteten erfolgreiche Absolventen und eine Schülerin der Jahrgangsstufe 12 über ihren Werdegang. Darüber hinaus gaben die Lehrer Ingrid Wolf, Dietmar Bartsch und Bernd Schepers interessierten Schülern und Eltern Einblick in Fächertafel, Inhalte und Konzepte.

„Hier haben wir wichtige berufsbezogene Kompetenzen erworben, die uns sowohl im Studium als auch im Berufsleben einen nicht zu unterschätzenden Vorsprung vor Mitbewerbern verschafft haben,“ weiß Andreas Palluch. Er absolvierte sein wirtschaftswissenschaftliches Studium in Rekordzeit und arbeitet bereits als Abteilungsleiter in einem Dortmunder Informatikunternehmen – mit nur 24 Jahren.

„Das Verständnis für betriebswirtschaftliche Zusammenhänge, der sichere Umgang mit gängigen Computerprogrammen, Präsentationsfähigkeit und die Fertigkeit, sich mit englischen Gesprächspartnern verhandlungssicher zu unterhalten – all dies hat uns ungeheuer geholfen,“ berichtet Michael Pusnik. Mit 23 Jahren ist er zwar der Jüngste in der Runde, ist aber bereits diplomierter Betriebswirt und kann eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten vorweisen. Heute arbeitet er in einem Düsseldorfer Steuerberatungsunternehmen. Sein Traumberuf Steuerberater ist damit in greifbare Nähe gerückt.

„Im beruflichen Gymnasium haben wir gelernt, unter Belastung zu arbeiten“, ergänzt Johannes Eyerund, der kurz vor Beendigung seines wirtschaftswissenschaftlichen Studiums steht. Bis zu 38 Wochenstunden Unterricht, regelmäßige Klausuren, Hausaufgaben, Tests und Präsentationen – da habe man das Lernen gelernt, was sich nun als unschätzbarer Vorteil herausstellt. „Unsere Lehrer haben uns immer unterstützt und motiviert, so gewinnt man Freude an der Arbeit und ist stolz auf das Geleistete.“

Zwei Praktika sind Bestandteil des Lehrplans. Da eines der beiden im Ausland absolviert werden soll, hat Verena Neubauer, Schülerin der 12. Klasse, nicht lange gezögert. Sechs Wochen arbeitete sie bei ITT Cannon in Basingstoke, England, und wohnte bei einer freundlichen Gastfamilie. „Nicht nur die sprachliche Verbesserung ist enorm; man gewinnt auch neue Perspektiven, wenn man in einer ausländischen Firma arbeitet. Außerdem veredelt ein Praktikum dieser Art jede Bewerbung“, ergänzt sie stolz. Für Verena steht fest, dass das zweite Praktikum sie wieder nach England führen wird – diesmal für neun Wochen

Weitere Informationen erhalten Interessierte bei Frau Wolf: 02333/98780 oder 02333/987866. Am 23. Januar wird eine weitere Informationsveranstaltung zu den Bildungsgängen des Berufskollegs Ennepetal stattfinden. Die Anmeldefristen für das neue Schuljahr laufen Ende Februar ab.